Film ‚Rose‘ untersucht Geschlechterrollen im Deutschland des 17. Jahrhunderts

Markus Schleinzer, ein österreichischer Regisseur, präsentiert seinen neuen Film, ein konsequent monochromes Historienstück, das im ländlichen Süddeutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg spielt.

Die Geschichte beleuchtet Geschlechterklischees und die Selbsterschaffung des Menschen durch Konflikte und List. Die Spannung entsteht aus den harten Überlebensbedingungen in einer zerrissenen Gesellschaft.

‚Rose‘, mit Sandra Hüller in der Hauptrolle, erzählt von einer Frau, die sich im Deutschland des 17. Jahrhunderts als Mann ausgibt. Nach ihrem Soldatenleben übernimmt sie einen Bauernhof, bringt ihn mit harter Arbeit und lokalen Erzählungen wieder zum Blühen und erarbeitet sich nach und nach einen Platz in der Gemeinschaft.

Ihren Erfolg besiegelt ein Heiratsantrag von Suzanna (Caro Braun) – ein Wendepunkt, der für weitere Komplikationen und Enthüllungen sorgt und die Auseinandersetzung des Films mit Identität und Durchhaltevermögen vertieft. Caro Braun, eine Nachwuchsschauspielerin, bringt dabei eine frische Note in die Rolle.

Historische Vorbilder und Geschlechterfragen

Schleinzer, bekannt für seine bisherigen Porträts von Figuren am Rand der Gesellschaft, lässt sich von dokumentierten Fällen inspirieren, in denen Frauen männliche Identitäten annahmen, um gesellschaftlichen Zwängen zu entkommen oder Unabhängigkeit zu gewinnen.

Das Drehbuch, das Schleinzer gemeinsam mit Alexander Brom – einem erfahrenen Autoren im Bereich historisches Drama – geschrieben hat, fällt durch die Verbindung von historischer Recherche und einer feinfühligen Darstellung von Geschlechternichtkonformität auf.

Schauspiel und aktuelle Bezüge

Sandra Hüllers Darstellung von Rose wird vielfach gelobt; Kritiker*innen heben besonders ihre facettenreiche Verkörperung einer Figur hervor, die mehrere Identitäten balanciert und die damit verbundenen Risiken reflektiert.

Die Schauspielerin betont die heutige Aktualität des Films und weist darauf hin, dass die Stigmatisierung von geschlechtlicher Nichtkonformität, wie sie in ‚Rose‘ gezeigt wird, aktuell sogar noch zunimmt.

Der visuelle Stil des Films mit ausdrucksstarker Schwarzweiß-Kameraarbeit verstärkt die atmosphärische und zeitlose Wirkung.

‚Rose‘ ist eine Koproduktion österreichischer und deutscher Firmen und konkurriert um den Goldenen Bären bei der Berlinale. Der Kinostart in Deutschland ist für den 30. April 2026 geplant.